Schloss Ludwigsburg

Schloss und Gutshofanlage Ludwigsburg

Konzeption zur Entwicklung

Norddeutsches Romantik-Zentrum

Runge an Perthes in HH . Wolgast, Januar 1807
„Neulich ging ich von Greifswald zu Klinkowström, ich nahm zu Kemnitz, eine halbe Meile von Ludwigsburg, einen Bauern, um mit mir hinzureiten, es war hoch Wasser und Frost, wir waren am Seestrande, der Wind war stark und stand grad aufs Land, viele Schwäne waren auch da, es war ganz herrlich.“

Den Ort, an dem sich beide in Vorpommern geborenen bedeutendsten Maler der deutschen romantischen Kunst wiederholt aufhielten kann, ganz im Sinne beider, zu einer Stätte der Zusammenführung der Künste werden.

Zu allererst wäre hier ein authentischer, prädestinierter Ort an dem Friedrichs und Runges unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen präsentiert, ihre mit gleicher inhaltlicher Zielstellung versehenen Kunstauffassungen erläutert werden können.

Die regionale Einbeziehung mit dem Rungehaus in Wolgast und dem C.D. Friedrich Zentrum in Greifswald, wie auch die wissenschaftliche Einbindung der Universität Greifswald wären wünschenswert und unablässig.

Eine Zusammenarbeit mit der Hamburger Kunsthalle, den Familien der Künstler könnten anregend und bereichernd wirken.

Mit Unterstützung der Familie Runge wäre beispielsweise die Einrichtung einer Romantikerbibliothek denkbar, die in Zusammenarbeit mit dem C. D. Friedrich Institut der Ernst - Moritz - Arndt Universität Greifswald u.a. eine effiziente Forschungen zum Themen der Romantik, eine allgemeine Begegnungsstätte, der touristische Ausgangspunkt auf den Spuren jener Maler sein.

Im Fokus der Überlegungen steht ein Zentrum, das sich den unterschiedlichen künstlerischen Genres verpflichtet sieht, der Malerei ebenso wie der Literatur, Musik, Architektur, ganz wie es im Sinne der Romantiker war.

Neben der Forschung zu Runge, Friedrich und Klinkowström sind eine Präsentation der Arbeiten als moderne, digitale Galerie, die Etablierung einer Malschule sowie die Einrichtung einer touristischen Koordinierungsstelle denkbar.

College

Albert Georg Schwartz:
Als aber im Jahr 1569 Ernestus Ludowigus, einer der jungeren Printzen des nur erwehnten Hertzogs Philippi die Regierung des Wolgastischen Hertzogthumbs angetreten hatte, so ging darnegst mit demselben eine merkliche Veränderung vor. Denn erstlich ward, als dieser Hertzog sich im Jahr 1577 mit der Braunschweig-Lüneburgischen Printzeßin Sophia Hedwig, vermählete, ... zum Leib-Geding dieser Fürstin ausgesetzet. Und weil dieselbe an diesem Orth der angenehme Gegend halber, ein besonderes Vergnügen fand, so suchte sie ihn, zumahlen, da er nicht weit von ihren ordentlichen Residentz-Hause Wolgast entfernet war, in einen solchen Zustand zu setzten, dass sie bisweilen der Land-Lusst alda geniessen mögte.

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung könnte mit einem College eine notwendige Partizipation an der erwarteten Migration aus Osteuropa erreicht werden, indem das College Angebote schafft, um die in die Verdichtungsräume tendierenden Migranten zumindest zeitweilig in Vorpommern zu halten. Eine Qualifizierungsagentur für Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Sprache, Rechts- und Wirtschaftssystem könnte in Ludwigsburg aufgrund der vorhandenen Kapazitäten in der Bildungsinfrastruktur, u.a. durch die Uni Greifswald sowie der Grenznähe einen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten.

Unberührt vom Schloss, das als besonderer Höhepunkt nur in besonderen Fällen frequentiert würde, bieten die umliegenden Gebäude als Tagungs- und Schulungsräume, als 4 Sternehotel wie auch Jugendherberge für junge Leute beste Voraussetzungen für Ausbildung, Versorgung und Übernachtung.

Ein Schwerpunkt könnte die Entwicklung zu einer europäischen Begegnungsstätte zum Lernen und Arbeiten für Jugendliche, besonders aus Ost- und Nordeuropa sein. Themen wie Sprachausbildung, Recht und Wirtschaft, Denkmalpflege und ökologischer Landbau sind aufbaufähig, ebenso wie die Einrichtung von Lehrwerkstätten u.a. für Holz- und Stuckarbeiten.

Schlosswerkstätten

Albert Georg Schwartz
Zu dem Ende ward nicht nur ein Fürstl. Hauß daselbst erbauet, sondern auch ein Bau-Hoff und Ackerwerck dazu angeleget. ....

Als einen - bisher sehr gut ausgebauten und angenommenen Entwicklungspunkt - sollte das Schlossensemble mit seinen botanischen Möglichkeiten ausgebaut und entwickelt werden. Als historisch - ökologische Garten - und Landschaftsanlage für Aus- und Weiterbildung, für Durchführung von Praktiken in diesem Bereich, der Weiterentwicklung einer Kräutermanufaktur mit Kräuter- und Saatgutaufbereitung und Kräuterschaugarten nach historischem Vorbild, mit Weiterführung der bisher sehr erfolgreich florierenden Kräuter- und Räuchermärkte und damit verbundenen Ausbau des Holfladens kann nicht nur der Bereich der Ausbildung, sondern auch der Tourismus bereichert und bedient werden.

Für die Betreibung dieses Bereiches ist an einen Betreiberverein bzw. eine Betreibergesellschaft gedacht die wie ein Eigenbetrieb funktioniert.

Im Schlossensemble ist eine Kräutermanufaktur mit historischem Kräuterschaugarten eingerichtet und arbeitet bereits nach ökologischen Richtlinien.

Ein 4 x im Jahr durchgeführter Kräuter- und Räuchermarkt bietet uns und hiesigen Produzenten Absatzmöglichkeiten und ist für Touristen ein attraktiver Ausflugsort.

Die Kräutermanufaktur ist die Ausgangsbasis für die Wiederherstellung der Außenanlagen nach historischem Vorbild.

Eingebunden in die Arbeiten sind die Förderungen von Langzeitarbeitslosen und ist gleichzeitig Praktikumsort für Schulen und Azubis im Bereich der Denkmalpflege, des Bauhandwerks sowie den Gartenbaus nach ökologischen Richtlinien.
In Aufbau ist die Holzwerkstatt in Anlehnung an eine historische Stellmacherei mit Schauwerkstatt.

Polnische Partnerschulen sowie die Ausbildungsbetriebe aus Greifswald sind uns dabei Partner.

Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen, Seminare und Führungen sorgen für ein reichhaltiges Angebot für Touristik und Region.

Pommersches Tagungszentrum

Albert Georg Schwartz
Durch fothane Veränderung unsers Darsims ward auch eine Veränderung seines Nahmens veranlasset, Denn die Durchlauchtige Fürstin Hedwig Sophia wollte bey dem allen, auch ihres geliebten Hertzogs Gedächtniß gestifftet wissen, darumb beliebte sie, dass dieses Land - Hauß mit seinem zugelegten Ackerwerk keine andere Benennung, als Ludwigs- Hoff haben sollte.

Die zu schaffenden Hotel- und Schulungssräume würden, um eine volle Auslastung zu garantieren, auch ideale Bedingungen eines Tagungszentrums bieten.

Als herausragende, für ganz besondere Empfänge und Festlichkeiten geeignete Räume bietet hier das Schloss selbst, das als Repräsentationsmöglichkeit für die Universität Greifswald, die Stadt Greifswald, selbst für das Land Mecklenburg-Vorpommern, für unterschiedliche Unternehmen und Einrichtungen.

Die Nähe zur Universitätsstadt und eine gute Infrastruktur ergänzen die positive Eignung der Anlage für die genannten Anforderungen.

Als positiver Effekt ist die regionale Einbettung und Identifikation zu nennen. In landschaftlich hervorragender Lage, im Zentrum Vorpommerns konnte bislang eine positive Resonanz von lokaler und überregionaler behördlicher wie legislativer Seite konstatiert werden.

  • So soll die Verbindung der Projektinhalte Kunst, Wissenschaft, Ausbildung Ökologie und Gesundheit unter der Schirmherrschaft des Begriffes Romantik zu einem befördernden Imagefaktor für die Region Vorpommern bzw. das Bundesland Mecklenburg - Vorpommern werden.
  • Die touristische Qualifizierung des Regionalmerkmals: Aufenthaltsort in der vorpommerschen Heimatregion der bedeutendsten deutschen Romantiker zu sein, ist ein touristisches Marketing, das bisher ohne Beachtung blieb, die Region von Rügen über Stralsund, Greifswald und Wolgast bis Neubrandenburg einbeziehen könnte.
  • Die Einbeziehung in schon bestehende touristische Projekte - wie das der Schwedenstrasse - ist anzustreben.
  • Nicht unter zu bewerten ist die positive Auswirkung auf die demographische Entwicklung durch die - wenn auch nur temporären - Qualifizierungsangebote für junge Menschen besonders der Region und Osteuropas.